Eine Mischkultur ist das komplette Gegenteil der Monokultur (Flächen auf denen über Jahre hinweg nur eine einzige Pflanzenart angebaut wird). Denn bei der Mischkultur im Garten, Hochbeet oder auf dem Balkon geht es darum auf eine gute und abwechslungsreiche Nachbarschaft zwischen den verschiedenen Sorten zu achten. Das bringt viele Vorteile mit sich: optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Fläche, besseres Pflanzenwachstum und höhere Erträge, sowie niedrigerer Schädlingsbefahl und geringere Ausbreitung von Krankheiten. Die Planung einer Mischkultur im Gemüsegarten ist dabei leichter, als manch einer denkt. Das A & O ist die Berücksichtigung des Abstandes zwischen Gemüsearten derselben Pflanzfamilie. Ausschlaggebend für eine gute Pflanzennachbarschaft sind auch Höhe der Pflanzen, Länge der Wurzeln und die Nährstoffbedürfnisse.

Gute Nachbarn – schlechte Nachbarn

Mit welchen Gemüsesorten vertragen sich Kartoffeln? Was sind die perfekten Nachbarn für Gurken? Und was fördert den Ertrag meiner Tomaten? Welches Gemüse mit wem kann und welche Auswirkungen gute und schlechte Nachbarn auf die einzelnen Sorten haben, möchten wir Ihnen hier kurz erläutern. Dazu haben wir uns die sieben beliebtesten Gemüsesorten rausgesucht und genauer beschrieben.

Bohnen

Bohnenpflanzen sind äußerst pflegeleicht und vertragen sich mit sehr vielen anderen Gemüsesorten. Besonders gut sind hierbei Zucchini, Tomaten, Spinat, Sellerie, Rote Beete, Radieschen, Paprika, Mangold, Kopfsalat, Kohlrabi, Kartoffeln, Gurken und auch Erdbeeren. Dill ist zudem förderlich zur Abwehr von Krankheiten. Keine guten Nachbarn von Bohnen sind Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Fenchel und Erbsen.

Gurken

Fördernd für Gurken ist die Bei-/Unterpflanzung von Borretsch. Insekten, die von den Blüten des Borretsches angezogen werden, sorgen für eine gute Bestäubung der Gurkenpflanzen. Basilikum als Nachbar fördert die Gesundheit der Gurkenpflanzen. Gurken fühlen sich zudem wohl bei Zwiebeln, Sellerie, Roter Bete, Petersilie, Mais, Lauch, Kopfsalat, Knoblauch, Fenchel, Erbsen, Dill und Bohnen. Für einen gemeinsamen Anbau ungeeignet sind Tomaten, Radieschen, Paprika, Kürbis und Auberginen.

Möhren

Für eine erfolgreiche Ernte kombiniert man idealerweise Tomaten, Sellerie, Schnittlauch, Rettich, Rosmarin, Radieschen, Mangold, Lauch, Kopfsalat, Knoblauch, Erbsen, Endivien und Auberginen. Ein besonders guter Nachbar ist die Zwiebel, die ungeliebte Möhrenfliegen fernhält. Auch die Möhre wirkt hier förderlich und hilft gegen Zwiebelfliegen. Hierbei sollte jedoch berücksichtig werden, dass beide Sorten unterschiedliche Bewässerungsansprüche haben. Auch Ringelblumen und Dill fördern die Gesundheit der Möhren. Einzig Pastinaken und Petersilie sollten mit ausreichend Abstand zu Möhren gesetzt werden. Sonst vertragen sie sich mit nahezu allen Sorten.

Kartoffeln

Die beliebte Kartoffel stellt recht hohe Ansprüche an ihre Pflanzennachbarn. Idealerweise setzt man zu Kartoffeln Gemüsesorten wie Lauch, Kohlrabi und Kapuzinerkresse. Bohnen wirken sich positiv auf das Wachstum aus und beugen dem Kartoffelkäfer vor. Mit Nachtschattengewächsen wie Paprika und Tomaten kommt sie kaum zurecht. Auch sollte eine gemeinsame Pflanzung mit Zwiebeln, Spinat, Erbsen, Dill und Auberginen vermieden werden.

Paprika

Paprikapflanzen gehören genauso wie die Tomaten zu den Nachtschattengewächsen. Beides sind wärmeliebende Sorten. Im Gewächshaus ergänzen sie sich prima. Jedoch sollte auf eine Nachbarschaft im Beet lieber verzichtet werden. Fördernd für Paprika sind unter anderem Ringelblumen, Kohlrabi, Knoblauch, Kapuzinerkresse und Dill. Negative Auswirkungen auf Wachstum und Ertrag haben hingegen Sellerie, Kartoffeln und Erbsen.

Tomaten

Ob im Beet oder auf dem Balkon – Tomaten sind aus heimischen Gärten kaum noch wegzudenken. Um das Wachstum des gesunden Gemüses zu fördern, empfiehlt es sich vor allem Knoblauch und Kapuzinerkresse in die Nähe zu setzen. Unter anderem hält die Kresse Blattläuse fern. Förderlich sind auch Spinat, Sellerie, Radieschen, Mais, Lauch, Kopfsalat, Möhren und Bohnen. Eine Pflanzung zusammen mit Zwiebeln, Roter Bete, Paprika, Kartoffeln, Gurken, Fenchel und Erbsen sollte vermieden werden.

Zucchini

Die anspruchslosen Gemüsepflanzen stellen wenig Ansprüche an die Nachbarn. Stickstoffbildende Gemüsesorten wie Bohnen und Erbsen sind hierbei besonders von Vorteil. Für eine gemeinsame Pflanzung sind auch Zwiebeln, Spinat, Sellerie, Rote Bete, Mais, Kapuzinerkresse und Basilikum bestens geeignet. Lediglich Radieschen sollten nicht in die unmittelbare Nähe von Zucchinis gesetzt werden.

Viele weitere mögliche Mischkulturen von A wie Auberginen bis Z wie Zwiebeln finden Sie in der folgenden Tabelle (als Download):
> Mischkultur - Wer kann mit wem am besten